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»Ja, Schwabing ist ein einzig Fleckchen kommt
auf der Welt sonst nirgends vor. Man sagt, es läge fast im Monde
dabei liegts hinterm Siegestor.«
So heisst es in einem alten Gedicht von Hermann Scharfenberg, betitelt: Das Lied von Schwabing. Und in der Tat konnte auch in den wilden Sechziger- und Siebzigerjahren nur das spezielle Bohéme-Milieu von Schwabing, berühmt schon seit der Jahrhundertwende, jene buntgemischte Szene hervorbringen, die neben London und Amsterdam den Stil der jugendlichen Subkulturen prägte. Bonn war tiefste Provinz und Berlin ein Kampfplatz im kalten Krieg. Kein Wunder, dass rebellische Künstler, Maler, Schriftsteller und Musiker München den Vorzug gaben, das toleranter und freizügiger war. Kein Wunder, dass selbst Berliner und Kölner Kommunarden, wie Rainer Langhans oder die Horla-Kommune nach München kamen und manchmal gleich dablieben. Es waren ja schon Hanna Schygulla und Rosy-Rosy da, Rainer Werner Faßbinder, Peer Raben, Peter Fleischmann, George Moorse, Haro Senft, Bernd Brummbär, Ulf Miehe, Martin Sperr, Alejandro Jodorowsky, Vlado Kristl, Eckart Schmidt, Uwe Brandner, Herbert Achternbusch und Wolf Wondratschek - um nur wahllos einige zu nennen. Und wer nicht da war, kam zu Besuch. Heute muss man sich die alten Filme anschauen, um eine vage Idee davon zu bekommen, wie es damals zuging zwischen Siegestor und Münchner Freiheit. Filme wie Zur Sache Schätzchen oder Kuckucksjahre zum Beispiel. Dann wird einem sofort klar, warum ein musikalischer Kuckuck nur in Schwabing passende Nester finden konnte. Er kam von auswärts und hiess Eckart Rahn. »Der Kuckuck ruft seinen eigenen Namen.«, sagt ein altes deutsches Sprichwort und in einem ebenfalls alten Gedicht von Matthias Claudius heisst es: »Drum tanzen auch der Kuckuck und sein Küster Auf ihm, (dem Philister), die Kreuz und die Quer.« Somit ist der Kuckuck als eher aufmüpfiger und rebellischer Vogel beschrieben, was wiederum für einen Aufenthalt in Schwabing spricht. Seine Basiser hat ja bekanntlich kein eigenes Nestwar zuerst in der Feilitzschstraße; dann zog er rasch um in die Leopoldstraße 28a, das modernistische »citta 2000« und ab August 1970 in die Franz-Joseph-Straße, war also immer mittendrin im Geschehen. Eckart Rahn war selbst Jazz-Bassist und hatte schon seit längerem als freier Produzent für etablierte Plattenfirmen gearbeitet und seinen E.R.P. Musikverlag gegründet. Der nächste Schritt, der entscheidende, von der Abhängigkeit zur Unabhängigkeit, war die logische Konsequenz, die aber damals kaum jemand zu ziehen wagte. Viele Musiker und viele Leute aus der Szene hatten mit der etablierten, eingefahrenen und geistig wie organisatorisch unbeweglichen Musikindustrie schon schlechte Erfahrungen gemacht, den Sprung ins Ungewisse aber nicht gewagt. Auch anderswo war es soweit: in England wurden erste unabhängige Labels wie Immediate, Charisma oder Blue Horizon gegründet, doch keines von ihnen konnte bis auf den heutigen Tag die Unabhängigkeit bewahren. Eckart Rahns Label Kuckuck wurde am 1. April 1968 als erstes unabhängiges deutsches Label gegründet und ist das älteste noch existierende. Erst 1976 kam es dannübrigens auch im April, daher der Namezum Zusammenschluss einiger deutscher Rockgruppen, die mit April Records, später Schneeball Records das erste musikereigene Label starteten. Doch da war Eckart Rahn schon wieder ganz wo anders, nämlich auf dem Weg nach Amerika, wo er derzeit unter dem Namen Celestial Harmonies in Tucson, Arizona, seltene Musiken aus der ganzen Welt aufspürt, produziert und vertreibt. 1968 war Deutschland einschliesslich Schwabing immer noch musikalisches Entwicklungsland, jedenfalls was Pop-Musik anging, und von importierten Ideen weitgehend abhängig. Die deutschen Beat-Gruppen der Sechzigerjahre, wie die Rattles, die Lords, die Petards oder die Boots hatten meistens englisch gesungen. Von ein paar halbherzigen Versuchen, wie Eindeutschungen von Beatles-Songs, abgesehen, gab es keine vernünftigen deutschen Rock- oder Folktexte. Ein Zeichen setzten hier sicher die Liedermacher der ersten Stunde, wie Franz Josef Degenhardt, Wolf Biermann, Rolf Schwendter oder die Schwabinger Jörn Pfennig und Julius Schittenhelm. Deutsche Originaltexte zu Rockmusik waren deutschen Plattenfirmen absolut unvorstellbar. Die ersten auch international anerkannten deutschen Gruppen wie Amon Düül II, Can oder Embryo machten Instrumentalmusik oder sangen englisch. Das änderte sich ab 1967/68 mit Gruppen wie Checkpoint Charlie, Ton Steine Scherben und Ihre Kinder. Schnell war eine Schublade gefunden: Politrock. Sie passte aber besser zu späteren Gruppen wie Floh de Cologne, Panther, Franz K. oder Lok Kreuzberg. Die Gruppe Ihre Kinder machte sicher keinen Polit-Rock, sondern anspruchsvollen Pop-Rock mit deutschen Texten. Das machte damals sonst niemand. Ihre Kinder wurden Ende 1968 gegründet und kamen aus Nürnberg. Treibende Kraft hinter der Band war Jonas Porst, der als Impresario fungierte und die erste Platte produzierte, die von neun Plattenfirmen als »unkommerziell« abgelehnt und schliesslich von Philips veröffentlicht wurde. Bei Eckart Rahns E.R.P. Musikverlag waren die Titel verlegt; niemand kümmerte sich so um diese Aufnahmen wie der Verlag, eine Seltenheit, nicht nur damals. Für das musikalische und textliche Konzept zeichnete Sonny Hennig verantwortlich. Hier lautete die klare Vorgabe: Texte in deutscher Sprache. Jonas Porst begründete das so: »Wir können von den Leuten kein Verständnis für uns und unsere Probleme erwarten, wenn wir sie in einer fremden Sprache anreden.« Die erste, mit viel Mühe aufgenommene Platte war kein Erfolg. Das kam nicht überraschend. Wie sagte doch Frank Zappa einmal gesprächsweise zu mir: »An audience is basically conservative. They only want to hear things they already know«. So dachte leider auch eine sich selbst durchaus für progressiv haltende Szene von Musikfans. Immerhin erkannten einige Musikjournalisten in Presse und Rundfunk die Wichtigkeit der Gruppe und schrieben positiv über sie. Das bereitete den Boden für die zweite Platte, Leere Hände, die sich in deutscher Sprache klar und unmissverständlich mit Fragen der Zeit, mit gesellschaftlichen und politischen Problemen auseinandersetzte. Der damalige A&R-Mann der Hamburger Philips Ton (später: Phonogram), Hermann Zentgraf, brachte die Gruppe im Spätsommer 1969 dann endgültig zu Kuckuck. Leere Hände erschien auf dem von Eckart Rahn gerade gestarteten Label Kuckuck als erste LP und war der beste Beweis für die Pionierrolle, die Ihre Kinder in der Entwicklung deutscher Rock-Musik einnehmen, was ihnen Günter Ehnert Jahre später in seinem Lexikon deutscher Rock-Interpreten bescheinigte. Udo Lindenberg soll in einem Interview einmal gesagt haben, dass er ohne die Inspiration von Ihre Kinder wohl nie dem Mut gehabt hätte deutsch zu singen... Das dritte Album wurde 1970 aufgenommen und wurde nicht nur durch sein originelles Jeansstoff-Cover berühmt, das nur die Katalognummer 2375004 als Titel trug, sondern brachte Ihre Kinder vor allem nach einem kontroversen Fernsehauftritt bei Dietmar Schönherr und Vivi Bachs Wünsch dir was deutschlandweit in die Schlagzeilen. Eine überraschend gute Tournee mit Ginger Bakers Air Force in Dezember 1970 überzeugte vor allem die Vertriebsmitarbeiter der DGG vom Potential der Gruppe. Obwohl sie von Dingen sangen, »die die Leute nicht gerne hören«, wie der Musikexpress schrieb, wurden sie von den Lesern der Zeitschrift zur besten Blues-Gruppe 1970 gekürt. Tourneen, auch im Ausland und die erste Single-veröffentlichung rundeten 1971 den Erfolg ab. Im Sommer 1971 verliess Sonny Hennig die Band. Sowohl er als auch Gitarrist Ernst Schultz veröffentlichten mit Tränengas (1971) und Paranoia Picknick (1971) zwei inhaltlich wie formal spannende Konzeptalben. Tränengas entstand nach der Lektüre von Günter Wallraffs berühmten undercover-Reportagen, Paranoia Picknick enthielt musikalische Collagen aus ready-made Sounds in der Art des Dadaisten Marcel Duchamp, die erst im Studio zusammengefügt wurden. Armaggedon war eine, nein die deutsche heavy rock-Band der frühen Siebzigerjahre. Diese Band war der erste Beitrag des Kampfplatzes Berlin zum Kuckuck-Repertoire. Murphy Blend, Hanuman und Lied des Teufels sollten folgen. Leadgitarrist Frank Diez war eine Klasse für sich. Vielleicht hätten sie sogar international eine Chance gehabt, wie die gelungenen Coverversionen von Jeff Beck- und Spooky Tooth-Titeln zeigten. Doch Diez ging einen anderen Weg, der zu Atlantis und Emergency führen sollte, nachdem sich Armaggedon nach nur einem immer noch hörenswerten Album aufgelöst hatten. Out Of Focus nannte sich eine Rock-Jazz-orientierte Gruppe aus München um den Gitarristen Remigius Drechsler, deren drei Alben auf Kuckuck durchaus repräsentativ für die Entwicklungsfähigkeit und das Können der Münchner Musikerszene jener Jahre sind. Hervorgegangen aus einem Amateur-Wettbewerb der Abendzeitung, gewann die Formation rasch an Profil, befruchtete andere Gruppen wie Sahara oder tauschte sich mit örtlichen Musikern wie denen von Embryo aus. Gastmusiker und Sessions, die auch auf Platte dokumentiert wurden, machten die Gruppe durchaus zum Focus der Szene, bis sie sich 1973 vorerst und im Oktober 1975 endgültig auflöste. In der damals führenden Musikzeitschrift Sounds, die der Musik von Ihre Kinder garnichts hatte abgewinnen können, würdigte M. Wallosek das Album Out of Focus von 1971: »Seit dem Debutalbum Wake Up hat sich Out Of Focus zum Vorteil weiterentwickelt, ist tiefer in die Musik eingedrungen und hat einen wirklich eigenen Stil gefunden. Die Stücke sind grosszügiger angelegt, mit genügend Spielraum für leichte Improvisationen, die von den einzelnen Instrumentalisten nacheinander bestritten werden.« Der Multi-Instrumentalist Deuter war und ist ein Weltmusiker im unverfälschten Sinn des Wortes. 1945 in einer westdeutschen Kleinstadt geboren, lernte er Flöte spielen und brachte sich selbst Gitarre bei. In München arbeitete er als Graphiker und Journalist. Dort traf er auch den jungen Produzenten Eckart Rahn, der Deuters eigenwilliger Musik auf seinem neuen Label ein erstes Forum bot. 13 weitere Alben lang sollte die Zusammenarbeit der beiden dauern und immer unerwartete und ungewöhnliche Ergebnisse zeitigen. Kein Wunder, denn beide waren auf ihre Art von jenem Pioniergeist besessen, der in den Sechzigern und Siebzigern ungewöhnlichen Menschen ungewöhnliche Dinge zu tun gestattete. So war Deuter einer der ersten, die versuchten, Naturgeräusche in ihre Musik zu integrieren. 1971 erschien die erste Platte, betitelt D. Sie brachte eine raffinierte Mischung aus psychedelischem Underground-Rock, kosmischer Musik und Folklore, wie die Autoren von The Crack in the Cosmic Egg es ausdrücken. Seine Naturverbundenheit und seine spirituelle Suche führten Deuter später nach Poona in Indien, wo er in einem Ashram lebte und musizierte. Dabei gelang es ihm, eine auch für europäische Ohren angenehme, immer melodiöse Mischung herzustellen aus östlicher Tradition, Naturklängen und westlicher Technologie bis hin zum Synthesizer, den er später gekonnt in seine Musik integrierte. Es spricht wahrlich nicht gegen Deuter, sondern nur gegen das konformistische Musikverständnis mancher damaliger Rezensenten, dass er anfangs etwa von Sounds abgelehnt, ein paar Jahre später aber hymnisch gelobt wurde. Die Platten der nächsten Jahre, insbesondere Aum und Celebration bestätigten Deuters Rang unter den zeitgenössischen grenzüberschreitenden experimentellen Musikern, die später verflachte und kommerzialisierte Genres wie Elektronik-Pop, New Age-Klänge oder Weltmusik damals schon seriös und auf bessere Art vorwegnahmen. Murphy Blend kamen aus Berlin. Sie waren eine der eher geheimnis-umwobenen ersten Deutschrock-Gruppen, darin etwa Conny Veidts Gila ähnlich. Spiritus rector von Murphy Blend war Wolf Rüdiger Uhlig, der eine klassische Ausbildung vorweisen konnte. In der Gruppe spielte er Orgel, Klavier und Gitarre, unterstützt von Sologitarrist Wolfgang Rumler, Bassist Andreas Scholz und Drummer Joachim Schmidt, das wohl kürzeste Stück der Musikgeschichte ablieferte, denn selbst die kurzen Fragmente aus der Antike sind mit fast Minutenlänge noch wesentlich kürzer als die Drittelsekunde von Happiness. First Loss hiess das erste und einzige Album der Gruppe, Zitatreicher Klassik-Rock der feinsten Art, wie ihn damals nicht viele beherrschten, von Bach über Schumann bis Wagner und zurück und jedenfalls eigenständig und originell. Ein Kuriosum am Rande: Man kann Murphy Blend neben anderen Gruppen wie Birthcontrol live in einem Spielfilm von damals sehen: Das Mädchen mit dem Einwegticket. Hauptdarstellerin: Ingrid Steeger als Blumenkind, das eine Groupie-Karriere einschlägt... Muss man noch erwähnen, dass die Platte schon kurz nach Erscheinen rar war und den meisten Kritikern voll am (Über-)ohr vorbeiging? Dasselbe galt für die Nachfolgegruppe Uhligs, Hanuman, obwohl sie wesentlich rockorientierter war und auch als er Hanuman verliess und der Rest der Gruppe als Lied des Teufels eine weitere Platte veröffentlichte, änderte sich nichts an der Ignoranz der Kritiker, vor allem in den wichtigen Printmedien. Musik dieser Art wurde abqualifiziert (»da die Musiker einfach nicht gut genug sind«. Trotzdem aber konnte man ihnen »einen gewissen Einfallsreichtum nicht absprechen«, Sounds über Hanuman) oder ignoriert, jedenfalls nicht gemocht. Die Fans und die Sammler dachten anders und verleibten die künftigen Raritäten ihren Sammlungen oft gleich mehrfach ein. Immerhin war solche Musik, zumindest in Bayern, dank des öffentlich-rechtlichen Kulturauftrags, wenigstens im Radio angemessen vertreten. Gab es doch neben dem täglichen Club 16, dem späteren Zündfunk, auch noch Pop-Sunday, die experimentelle Kultsendung am Sonntag, die von Hörern und Machern in einem in der nachkriegsdeutschen Mediengeschichte einmaligen demokratischen Procedere frei gestaltet werden konnte. Hier, und nur hier, lief einheimischer Krautrock, Deutschrock, Politrock gleichberechtigt neben internationaler Avantgarde, Westcoast-Rock und britischem Folkrock. Ein Label wie Kuckuck war unter solchen Bedingungen freilich nur mit Mühe existenzfähig, wiewohl Oskar Drechsler, der sozusagen sein Entdecker war, ihm ab 1. Januar 1970 die Chance gegeben hatte, bei der damaligen Deutschen Grammophon Gesellschaft vertrieben zu werden. Drechsler genehmigte auch etwas Startkapital, doch nicht genug, wie sich später zeigen sollte. Die Zeiten forderten bald eine Erweiterung des Blickfeldes auch auf internationale Künstler. Ein Beispiel dafür ist die britische Rockgruppe CWT, deren Album The Hundredweight 1972 von keinem geringeren als Andrew Loog Oldham produziert wurde, der schon die Stones mit ins Rollen gebracht hatte. Leider gelang es Eckart Rahn auch hier wieder nur, ein später verzweifelt gesuchtes und hochpreisiges Sammlerstück auf den Markt zu bringen. Der kommerzielle Erfolg blieb der Platte trotz exzellenter Musik verwehrt. Etwas mehr Glück hatte Kuckuck mit dem austro-kanadischen Liedermacher Jack Grunsky und der von Ingeborg Schober in Sounds seinerzeit hochgelobten Gruppe Repairs aus New Haven, Connecticut. Im Vorspann ihrer Kritik beschrieb sie die typische Situation damaliger Medienarbeiter, die mit daran schuld war, dass so viel überhört und übersehen wurde: »Neuentdeckungen, an denen es etwas zu entdecken gibt, sind in diesen Zeiten rar. Eine davon habe ich gemacht, zufällig, wie so etwas immer passiert. Man erhält eine Platte ohne große Promotion, von einer völlig unbekannten Band, ist schon geneigt, sie unter ferner liefen einzuordnen, hört dann doch mal schnell pflichtbewußt rein ... und siehe da ... man hat etwas Interessantes gefunden.« Wieviele Kollegen haben damals wohl gar nicht reingehört? Mit Buffalo Brian, attestierte Rainer Blome, sei Jack Grunsky »das erste hörenswerte, in Deutschland entstandene Country-Rock-Album« gelungen. Ihm folgten mit Toronto, Newborn Man und Jack Grunsky weitere hoch-gepriesene Alben, deren feine, verhaltene Machart ein anspruchsvolles Publikum begeisterte; den Weg in den mainstream fanden sie aber nicht. Es hätte auch gar nicht zu der Reputation gepasst, die sich Kuckuck inzwischen als das Label der cognoscenti in Fachkreisen erworben hatte. Veröffentlichungen wie das einzigartige Dokument zur frühen Arbeit Rainer Werner Faßbinders und Peer Rabens, Antiteaters Greatest Hits, dessen angekündigte Neuauflage viele Jahre lang ein Desiderat darstellte, untermauerten diesen guten Ruf. Den Eingeweihten zumindest war klar: Dieser Kuckuck war ein ganz besonderer Vogel. Im November 1974 flog der Kuckuck freilich erst einmal bei der DGG raus. Der anfängliche Förderer Drechsler wurde zum Geschaftsführer von Phonogram befordert; sein Nachfolger mit dem bedeutungsvollen Namen Faust konnte mit der Musik von Kuckuck nichts anfangen und trennte sich von Eckart Rahn und seiner Firma fristlos. Deshalb hing das Label bis 1976 ziemlich durch, bis dann Deuters Celebration im Eigenvertrieb sehr viel verkaufte und grosse Vertriebe wie Zweitausendeins und der Teldec Import Service (TIS) einstiegen. Doch da war der Kuckuck schon nicht mehr in Deutschland, sondern im Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten. Von Oktober 1972 bis Ende 1987 war er in New York City und später in Connecticut tätig und baute sich ab Januar 1988 sein eigenes Nest in Tucson, Arizona. Aber das ist schon wieder eine andere Pioniergeschichte, die uns Eckart Rahn vielleicht ein andermal erzählen wird ... Carl-Ludwig Reichert (basierend auf Gesprächen mit Eckart Rahn) The cuckoo is a funny bird, she sings as she flies. (Amerikanischer Folksong) ERHÄLTLICH BEI: Ohrwaschl Records Tel: +49 89 74029635
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